Buchrezension: The Circle von Dave Eggers

Ja, ich weiß, das Buch ist schon 2014 in Deutschland erschienen und war vor drei Jahren der Hit. Im Moment ist es wieder ein bisschen Thema, weil die Verfilmung gerade in den Kinos ist. Ich habe das Buch jetzt erst gelesen, weil ich es dieses Jahr geschenkt bekommen habe und tatsächlich lieber erstmal das Buch lesen wollte, da ich hörte, dieses sei so viel besser als der Film.

Die Story zusammengefasst: Junge Frau fängt in einer total angesagten Internetfirma an zu arbeiten, ist sehr glücklich da und verändert ihre Persönlichkeit, um sich dort anzupassen. Die hippe Internetfirma ist quasi Google, Facebook, Twitter und sämtliche andere derzeit genutzten »Sozialen« Medien in einem und arbeitet an der Vollendung, sprich alles, aber auch wirklich alles an Daten über die Menschen zusammenzuführen. Es bedient sich dabei an Sinnsprüchen ähnlich wie in 1984, die ähnlich wie im Vorbild die Realitäten verzerren, sich aber gut einprägen.

Was mich an dem Buch am meisten erschreckt, ist: Wie viel einfacher und sich schneller erschließend die Argumente für eine totale Transparenz sind. Und wie realistisch und gut durchdacht das Setting ist. Und wie schnell Menschen bereit sind, Teile ihrer Persönlichkeit aufzugeben, wenn sie Vergünstigungen erhalten.

Diese ganze Welt, in der die Protagonistin sich aufhält, ist eine Scheinwelt. Niemand liebt sie letztendlich, weil sie sie ist, sondern weil sie angesagt ist. Alle sind nett und freundlich miteinander, weil das erwünschtes Verhalten ist und anders Agieren sanktioniert wird. Die wenigen Menschen, die die Protagonistin als Mensch mochten, die sie liebten, bevor sie der neue Vorzeigestar des Circle geworden ist, die verrät sie am Ende alle. Und doch finde ich, dass genau dieser Aspekt noch deutlicher hätte werden müssen. Insbesondere der damit verbundene Aspekt, wie wichtig Privatsphäre für das Gedeihen von Beziehungen ist, wie wichtig es ist, dass wir Menschen mit ihren kleinen Unzulänglichkeiten und Fehlern lieben. Dass die Menschen aus dem Internet immer nur einen Teil unserer Persönlichkeit erfassen können, selbst wenn wir 24 Stunden online sind und unter Überwachung stehen, dass ein Mensch immer mehr ist als der, der er nach Außen zu sein scheint.

Wichtig finde ich, nochmal explizit darauf hinzuweisen, dass es nicht um staatliche Überwachung geht (wie eben in 1984), sondern um schlussendlich selbstauferlegte Überwachung, die wir in Teilen durch unsere Aktivitäten im Internet selbst wählen. Natürlich macht ein Konzern, ähnlich wie ein Staat, nicht an unserer selbstgezogenen Grenze Schluss, sondern nimmt sich immer mehr und mehr von uns, und die Idee, dass Google eines Tages eher eine lückenlose Überwachung aller Menschen hat als der Staat, ist ja sozusagen schon eingetreten. Konzerne sind ja interessiert an einer anderen Art von Daten als der Staat und noch leben wir in Staaten, die sowas wie Verfassungen und Gesetze haben, die uns BürgerInnen noch schützen. Noch! Und wir alle müssen dafür eintreten, dass dies auch so bleibt!

Fazit: Ein gutes und sicherlich wichtiges Buch, aber ich hätte mir tatsächlich noch mehr gewünscht. Vor allem hätte ich mir gewünscht, dass sich Menschen erheben, dass sie sich wehren, dass gekämpft wird für das Recht auf Privatsphäre. Ich möchte selbst entscheiden können, wer was wann von mir erfährt. Ich möchte kleine und große Geheimnisse haben.


Dave Eggers
Der Circle
Roman
Taschenbuch
Erscheinungsdatum 08.10.2015
ISBN 978-3-462-04854-4
Verlag Kiepenheuer & Witsch

Die entblößte Krankheit im Netz

Ich möchte den Beitrag mit einer kleinen Anekdote beginnen: Vor ein paar Tagen erzählte mir ein guter Freund von einem merkwürdigen Muskelzucken in seinem Rücken, wie eine Art „Blubbern“ (so seine Worte). Er war sehr besorgt und unruhig, was dieses nervöse Puckern wohl auf sich haben könnte. Denn wann blubbert es schon richtig heftig im Rücken?

Eigene Spekulationen brachten wenig Erkenntnis und das nervöse Muskelzucken ging nicht weg. Ein Arztbesuch kam nicht in Frage. Muss man sich doch dann seinen Ur-Ängsten stellen. Und bis man einen Termin bekommt, vergehen zusätzliche Tage oder gar Wochen. Eine schnellere Lösung musste her! Also wurde schlussendlich Mutter Google gefragt.

Begriffe wie „blubbern“ und „Rücken“ wurden in das Orakel Google eingegeben. Qualifizierte Suchergebnisse verwiesen schließlich auf fundierte Gesundheitsforen mit selbsternannten Gesundheitsexperten. Und dann kam die bitterliche Diagnose: Es musste Krebs sein! Die Angst war ihm ins Gesicht geschrieben.

Das gesamte Wissen im Internet. Oder doch nicht?

An diesem Beispiel lässt sich ganz wundervoll zeigen, wie wir dank ständig verfügbaren Wissens im Internet zu unseren eigenen laienhaften Experten werden. Gerade bei körperlichen Beschwerden und unerklärbaren Symptomen rutschen die Finger als erstes zur Tastatur statt zum Telefon (für einen Arzttermin). Vor diesem Hintergrund habe ich Google bewusst als „Orakel“ beschrieben, denn der Wunsch einer schnellen Diagnose und der Suche nach Antworten mithilfe Google gleichen einem Blick in die Wunderkugel.

Dr. Google kann Krankheiten vorhersagen

Doch was ist das verheerende daran? Genau zwei Dinge:

Zum einen, dass wir dank dem Internet zu unseren eigenen laienhaften Experten werden. Womit wir unseren Ärzten ihre fachliche Kompetenz abschreiben und das Gesundheitssystem für gescheitert erklären.

Zum anderen, dass das Orakel Google auf diese Weise weitaus mehr Informationen über kranke Menschen erfahren kann als uns lieb wäre. Google kann nicht nur anhand eingegebener Suchbegriffe, die verschiedene Krankheitssymptome beschreiben, diverse Epidemien und Krankheitswellen in der ganzen Welt vorhersagen. Google kann auch anhand der Suchbegriffe in Kombination mit personenbezogenen Daten (IP, Cookies, Browserverlauf usw.) auf die psychischen Eigenschaften eines jeden Nutzers und damit auf seine Persönlichkeit schließen. Google will wissen: Ist der/die Nutzer*in labil? Ist er/sie anfällig für psychische Störungen? Hat er/sie Angst? Oder Depressionen? Und: Welche Werbung für Medikamente können wir ihm/ihr vorschlagen?

Profit mit der Krankheit

Moment mal. Werbung?! Was hat jetzt Werbung damit zu tun?

Dass Google Epidemien und Krankheiten bestimmen und vorhersagen kann, bedeutet einen großen Mehrwert beispielsweise für den Gesundheitsmarkt. Durch Kooperationen mit Pharmaunternehmen und anderen kann Google seinen Umsatz steigern. Auf diese Weise kann einer identifizierten Zielgruppe gruppenspezifische Werbung angeboten werden. All das manifestiert sich in der Suchanfrage „Blubbern im Rücken“ auf Google.

Und am Ende?

Übrigens stellte sich nach einem Arztbesuch heraus, dass mein Freund keinen Krebs hatte. Starke Verspannungen und Überreizungen der Muskulatur führten zu einem heftigen Zucken der Muskulatur im Rücken. Vermutlich bekommt er jetzt Werbung von Thermacare angezeigt.

Im nächsten Beitrag geht es um Krankheiten auf Social-Media-Plattformen.

Android: Datenschutz richtig einstellen

Es könnte ganz einfach sein. Es war sogar mal einigermaßen einfach. Aber seit Android 5 (Lollipop) hat sich so einiges getan in den Datenschutzeinstellungen. Wo man früher noch einfach Regler schieben konnte, um sich einigermaßen vor Googles allumfassender Datensammelei zu schützen, hat Google wesentliche Veränderungen eingebaut und die Datenschutzeinstellungen ins Google-Profil verlagert.

Vielleicht sogar in guter Absicht, vielleicht aber auch, weil Google dadurch noch mehr Daten bekommt. Denn im Gespräch mit Freunden und in Workshops zum Thema wird schnell klar: Google hat eine zusätzliche Schwelle eingebaut, die Nutzerinnen und Nutzer davon abhält, sich mit ihren Datenschutzeinstellungen auf dem Android-Smartphone zu befassen.

Das lässt sich aber ändern. Nimm dir 10 Minuten Zeit und du kannst deine Datenschutzeinstellungen auf dem Smartphone mit dieser Anleitung ändern. Doch das Problem bleibt: Auf dem Smartphone selbst kann man nur noch wenige Einstellungen ändern. Halte deshalb auch deinen Google-Login bereit.

Einstellungen auf dem Smartphone

Wir fangen beim Smartphone in den Google-Einstellungen an. Die nebenstehende Ansicht kann je nach Version des Android-Phones variieren, aber sollten im Grunde ähnlich sein.

Zu den wenigen Dingen, die man auf dem Smartphone noch bequem einrichten kann gehören die „Aktivitätseinstellungen“

Google_aktivitätseinstellungen1Google_aktivitätseinstellungen2

Tippe dazu auf „Persönliche Daten und Privatsphäre“ und dann auf „Aktivitätseinstellung“. Setzte dort alles auf pausiert wie oben im Bild zu sehen.

In den Menüpunkten verbirgt sich nämlich die komplette Speicherung für Google von allem, was du auf dem Smartphone machst: Egal ob Standort durch die Maps-App, Suchanfragen bei Youtube oder im Browser – normalerweise schickt dein Smartphone alles zu Google. Erst wenn du es – wie hier – auf „pausiert“ setzt, stoppt Google das. Auch deine gesprochenen Suchanfragen nimmt Google normalerweise auf und schickt sie zu seinen eigenen Servern zur Auswertung – und speichert deine Stimme.Google_werbung

Gehe dann zurück und tippe auf „Anzeigen“. Dort aktiviere (!) den Menüpunkt „Interessenbezogene Werbung deaktivieren“ – Im Gegensatz zu allen anderen Einstellungen muss man diese Einstellung aktivieren. Klingt kompliziert, aber Google willuns ja verwirren mit diesen Einstellungen.

GPS oder WLAN-Ortung?

Gehe nun in die normalen Einstellungen und tippe dort auf „Standort“.

Du solltest deinen Standort in der Regel ausgeschaltet haben, wenn du ihn nicht benutzt. Du solltest auch besser den Modus „Nur Gerät“ verwenden und keine Standortdaten an Google übertragen. Dazu aktiviere kurz deinen Standort und klicke ganz unten auf „Standortdienste“. Im nächsten Fenster setze den Regler auf „Aus“. Danach deaktiviere den Standort wieder.

Meist reicht der GPS-Dienst alleine aus. Dieser überträgt auch keine Daten an Google. Den Standortbericht und Standortverlauf solltest du besser deaktivieren. Andernfalls werden nämlich „Standortdaten an Google gesendet.“ Und das unter Umständen auch wenn keine Apps gestartet sind. So weiß Google dann immer, wo dein Telefon und du gerade sind.

standort1standort1b standort2

Leider musst du dann bei manchen Geräten bei jedem Start des GPS-Dienstes der Aufzeichnung von Standortdaten widersprechen. Denn Google lässt nicht zu, dass du den Haken bei „nicht erneut nachfragen“ setzt und dann auf Ablehnen klickst. Das nervt ziemlich und dürfte Absicht sein, damit man irgendwann den Haken einfach nur setzt, damit die Meldung nicht jedes Mal erscheint.

Standort

Passwörter zu Google?

Gehe zurück in die normalen Einstellungen. Unter dem Menüpunkt „Sichern & zurücksetzen“ kannst du abwählen, dass „App-Daten, WLAN-Passwörter und andere Einstellungen“ auf den Google-Servern gesichert werden. Das klingt zwar bequem, aber damit gibst du Google Zugriff auf deine WLAN-Passwörter.

Gehe nun zu den WLAN-Einstellungen. Dort ist, versteckt unter „Erweitert“ (Je nach Smartphone entweder oben rechts die drei Punkte antippen oder die Menütaste) die Funktion „Erkennungsfunktion immer verfügbar“ oder „Suche immer erlauben“, womit der Standortdienst von Google und andere Apps immer nach WLANs suchen, auch wenn das WLAN eigentlich ausgeschaltet ist. Diesen Punkt solltest du ausschalten, da sonst dein Handy auch bei deaktiviertem WLAN ständig seine MAC-Adresse, in die Welt hinausschickt. Genau diese Funktion nutzen inzwischen viele Einkaufszentren und Geschäfte, um zu sehen, wie du dich in ihrem Laden bewegst.

Sichern und zurücksetzen

Einstellungen im Google-Profil

Die weiteren Einstellungen nimmt man am besten im Google-Profil im Browser auf dem Laptop oder PC vor, da sie auf dem Smartphone sehr unübersichtlich sind. Gehe dazu auf

https://myaccount.google.com/

und logge dich ein.

Google_profil1

So begrüßt dich Google, wenn du dich im Browser anmeldest. Klicke zunächst auf „Meine persönlichen Daten“ und kontrolliere, was du alles angegeben hast, als du dein Google-Konto erstellt hast. Du kannst unter Umständen auch deine Kontoeinstellungen bei Google+ anpassen.

Komm dann zurück zum Hauptmenü wie oben und klicke auf „Einstellungen für Werbung“ – und dort dann auf „Einstellungen für Werbung verwalten“. Auf der folgenden Seite sollte der Regler schon auf „Aus“ stehen:

Google_profil2

Scrolle runter und klicke in dem blauen Feld auf „Werbung anpassen, die eingeblendet wird, wenn ich abgemeldet bin“:

Google_profil3

Stelle im folgenden Fenster auch beide Regler auf „Aus“:

Google_profil4

Google_profil5

Gehe dann wieder ins Hauptmenü und klicke links auf „Verbundene Apps und Webseiten“ – überprüfe, welchen Apps du Zugriff auf deine Informationen gewährt hast und entferne sie, wenn du sie nicht mehr brauchst.

Wenn du fertig bist, melde dich wieder ab.

Fazit

Es könnte so einfach sein. Seine eigenen Daten vor Google zu verbergen, mit ein paar Reglern eigene Entscheidungen treffen und selbst bestimmen, welche Daten man Google zur Verfügung stellen will. Stattdessen versteckt Google bestimmte Einträge im fünften Untermenü und trickst mit verwirrenden Formulierungen, damit sich niemand wirklich die Mühe macht, die datenschutzfreundlichsten Einstellungen zu finden. Leider ist Google dabei kein Einzelfall.

Star Trek – Eine Liebeserklärung

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Und schon war ich mitten drin. In einer fremden Welt, mit fremden Kulturen und Wesen und anderen Regeln. Alles war so anders und immer aufregend und spannend. Ich muss so 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein und Raumschiff Enterprise war (und ist) einfach das allercoolste, was ich je gesehen hatte (habe). Da konnten selbst Charlies Engel nicht mithalten. Mein Cousin und ich haben, wenn wir beide bei unserer Oma waren, im großen Gästebett mit den Decken und Kissen die Brücke nachgebaut. Natürlich war ich Lt. Uhura und er Cpt. Kirk. Das waren die tollsten Abenteuer, die wir da erlebten!

Was mir erst jetzt so richtig klar wird, wie selbstverständlich ich mit starken weiblichen Rollenvorbildern aufgewachsen bin. Nicht nur, dass Oma und Mama berufstätig waren, nein, auch Charlies Engel und eben die Frauen von der Enterprise waren völlig selbstverständlich berufstätig. Und nicht nur das: Es gab einfach keinen Unterschied auf der Enterprise aufgrund so lächerlicher Dinge wie Rasse, Religion oder eben Geschlecht. Es gab Gute und Böse, aber das war die einzige Unterscheidung, die getroffen wurde, und das ist bis heute noch die einzige Unterscheidung, die ich treffe. Ich wünsche mir so sehr, das diese Art der medialen Sozialisation erneut um sich greifen würde. Ganz besonders in diesen schlimmen Zeiten, wo die AfD und andere rechte Gruppierungen nicht nur in Deutschland, sondern leider auch weltweit auf dem Vormarsch sind. Schaut bitte alle Star Trek. Mit und ohne Kinder, denn meine absolute Überzeugung ist und bleibt: Wer Star Trek gesehen und verstanden hat, kann kein Böser sein und diese Welt wäre ein friedlicherer Ort!

Lebt lang und in Frieden!

Clean Install und Backup: Ubuntu 16.04

Nicht nur treue Hörer der Freakshow wissen, dass ab und zu ein Clean Install sehr bereinigend sein kann. Doch vorher braucht es ein richtiges Backup, damit keine Daten verloren gehen. Vor einer Woche habe ich endlich auf Ubuntu 16.04 geupgradet und mir Gedanken über meine Backups gemacht.

Backup vor dem Upgrade

Jedes Mal bevor ich mein System neu installiere, beschleicht mich jedes Mal dieses ungute Gefühl, ob man auch wirklich alle Daten gesichert hat. Und dann schiebt man das Upgrade doch wieder auf. Denn die Frage ist berechtigt: Was sichert man am besten vor einem Upgrade? Für mein Ubuntu ist die Frage schnell geklärt. Ich erstelle regelmäßig Backups auf meiner externen Festplatte mit rsync. Das ist ungemein praktisch, weil es inkrementell funktioniert. Der Vorteil von inkrementellen Backups ist ja, dass sie nicht so viel Platz brauchen. Wenn sich eine Datei nicht geändert hat, wird sie auch nicht neu ins Backup geschrieben.

Auf jeden Fall sollte man sein Home-Verzeichnis (/home/Benutzername) sichern. Dann ist eigentlich ohnehin schon alles gut, die Dateien, Bilder, Dokumente, die man braucht, befinden sich da drin. In den versteckten Dateien (STRG+H) von Ubuntu finden sich im Home-Verzeichnis auch die Profil-Ordner, etwa die von Firefox und Thunderbird. Wichtig ist auch der Ordner /.gnupg, darin sind eventuell die geheimen PGP-Schlüssel, und /.ssh. Wer ohnehin eine sehr große externe Festplatte fürs Backup hat, sichert also einfach das ganze Home-Verzeichnis. Wer immer noch Platz hat, nimmt /etc und /usr/local noch mit. Auch /usr/share/fonts kann ganz nützlich sein.

Live-System booten

Das Upgrade selbst lief erstaunlich einfach. Ich hatte mich wegen der Optik für den MATE-Desktop entschieden, mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Das ISO-Image herunterladen, im alten Ubuntu ein Startmedium erstellen, neu vom Stick booten fertig. Dabei kann es passieren, dass eine Fehlermeldung kommt, wenn man vom Stick booten will:

Missing parameter in configuration file. Keyword: path
gfxboot.c32: not a COM32R image
boot :

Die Lösung ist erstaunlich einfach: Die TAB-Taste drücken, „live“ eingeben, fertig. Man kann auch direkt „live-install“ eingeben, um direkt ins Installationsmenü zu kommen.

Die Installation läuft vollautomatisch. Musste ich bei 12.04 noch umständlich die Festplatte mittels Anleitung vollverschlüsseln, kann man nun ganz einfach zwei Haken setzen und bekommt eine vollverschlüsselte Festplatte. Vorsicht allerdings, wenn man direkt vom Stick installieren will (bzw. „live-install“) eingegeben hat, ohne vorher das Live-System gebootet zu haben – dann ist die Tastatur noch im englischen Layout eingestellt, das sollte man bei der Passworteingabe berücksichtigen.

Upgrade fertig

Nach nicht einmal zehn Minuten bootet dann das neue Ubuntu 16.04, das meine Hardware komplett erkannte. Lediglich mein Brother HL21-40 hatte als Treiber den Postskript-Treiber vorausgewählt und nur leere Seiten gedruckt. Mit ein bisschen Googlen fand ich dann, dass man den „HL-1250 driver“ Treiber auswählen muss. Keine Lösung hab ich bisher für das Problem gefunden, dass mein Lüfter immer in der höchsten Geschwindigkeit läuft, obwohl die Temperatur und die CPU/GPU-Last ziemlich niedrig sind. Wer dazu Tipps hat, gerne in die Kommentare.

Fazit

Mit entsprechender Vorbereitung und einem Backup das kompletten Home-Verzeichnisses inklusiver aller versteckten Dateien ist ein Clean Install eine Sache von 20 Minuten. Wer sein Home-Verzeichnis nicht komplett sichern kann, sollte auf jeden Fall folgende Ordner sichern:

/home/Benutzername/Dokumente
/home/Benutzername/Bilder
/home/Benutzername/.mozilla
/home/Benutzername/.thunderbird
/home/Benutzername/.ssh
/home/Benutzername/.gnupg