Die entblößte Krankheit im Netz

Ich möchte den Beitrag mit einer kleinen Anekdote beginnen: Vor ein paar Tagen erzählte mir ein guter Freund von einem merkwürdigen Muskelzucken in seinem Rücken, wie eine Art „Blubbern“ (so seine Worte). Er war sehr besorgt und unruhig, was dieses nervöse Puckern wohl auf sich haben könnte. Denn wann blubbert es schon richtig heftig im Rücken?

Eigene Spekulationen brachten wenig Erkenntnis und das nervöse Muskelzucken ging nicht weg. Ein Arztbesuch kam nicht in Frage. Muss man sich doch dann seinen Ur-Ängsten stellen. Und bis man einen Termin bekommt, vergehen zusätzliche Tage oder gar Wochen. Eine schnellere Lösung musste her! Also wurde schlussendlich Mutter Google gefragt.

Begriffe wie „blubbern“ und „Rücken“ wurden in das Orakel Google eingegeben. Qualifizierte Suchergebnisse verwiesen schließlich auf fundierte Gesundheitsforen mit selbsternannten Gesundheitsexperten. Und dann kam die bitterliche Diagnose: Es musste Krebs sein! Die Angst war ihm ins Gesicht geschrieben.

Das gesamte Wissen im Internet. Oder doch nicht?

An diesem Beispiel lässt sich ganz wundervoll zeigen, wie wir dank ständig verfügbaren Wissens im Internet zu unseren eigenen laienhaften Experten werden. Gerade bei körperlichen Beschwerden und unerklärbaren Symptomen rutschen die Finger als erstes zur Tastatur statt zum Telefon (für einen Arzttermin). Vor diesem Hintergrund habe ich Google bewusst als „Orakel“ beschrieben, denn der Wunsch einer schnellen Diagnose und der Suche nach Antworten mithilfe Google gleichen einem Blick in die Wunderkugel.

Dr. Google kann Krankheiten vorhersagen

Doch was ist das verheerende daran? Genau zwei Dinge:

Zum einen, dass wir dank dem Internet zu unseren eigenen laienhaften Experten werden. Womit wir unseren Ärzten ihre fachliche Kompetenz abschreiben und das Gesundheitssystem für gescheitert erklären.

Zum anderen, dass das Orakel Google auf diese Weise weitaus mehr Informationen über kranke Menschen erfahren kann als uns lieb wäre. Google kann nicht nur anhand eingegebener Suchbegriffe, die verschiedene Krankheitssymptome beschreiben, diverse Epidemien und Krankheitswellen in der ganzen Welt vorhersagen. Google kann auch anhand der Suchbegriffe in Kombination mit personenbezogenen Daten (IP, Cookies, Browserverlauf usw.) auf die psychischen Eigenschaften eines jeden Nutzers und damit auf seine Persönlichkeit schließen. Google will wissen: Ist der/die Nutzer*in labil? Ist er/sie anfällig für psychische Störungen? Hat er/sie Angst? Oder Depressionen? Und: Welche Werbung für Medikamente können wir ihm/ihr vorschlagen?

Profit mit der Krankheit

Moment mal. Werbung?! Was hat jetzt Werbung damit zu tun?

Dass Google Epidemien und Krankheiten bestimmen und vorhersagen kann, bedeutet einen großen Mehrwert beispielsweise für den Gesundheitsmarkt. Durch Kooperationen mit Pharmaunternehmen und anderen kann Google seinen Umsatz steigern. Auf diese Weise kann einer identifizierten Zielgruppe gruppenspezifische Werbung angeboten werden. All das manifestiert sich in der Suchanfrage „Blubbern im Rücken“ auf Google.

Und am Ende?

Übrigens stellte sich nach einem Arztbesuch heraus, dass mein Freund keinen Krebs hatte. Starke Verspannungen und Überreizungen der Muskulatur führten zu einem heftigen Zucken der Muskulatur im Rücken. Vermutlich bekommt er jetzt Werbung von Thermacare angezeigt.

Im nächsten Beitrag geht es um Krankheiten auf Social-Media-Plattformen.

Android: Datenschutz richtig einstellen

Es könnte ganz einfach sein. Es war sogar mal einigermaßen einfach. Aber seit Android 5 (Lollipop) hat sich so einiges getan in den Datenschutzeinstellungen. Wo man früher noch einfach Regler schieben konnte, um sich einigermaßen vor Googles allumfassender Datensammelei zu schützen, hat Google wesentliche Veränderungen eingebaut und die Datenschutzeinstellungen ins Google-Profil verlagert.

Vielleicht sogar in guter Absicht, vielleicht aber auch, weil Google dadurch noch mehr Daten bekommt. Denn im Gespräch mit Freunden und in Workshops zum Thema wird schnell klar: Google hat eine zusätzliche Schwelle eingebaut, die Nutzerinnen und Nutzer davon abhält, sich mit ihren Datenschutzeinstellungen auf dem Android-Smartphone zu befassen.

Das lässt sich aber ändern. Nimm dir 10 Minuten Zeit und du kannst deine Datenschutzeinstellungen auf dem Smartphone mit dieser Anleitung ändern. Doch das Problem bleibt: Auf dem Smartphone selbst kann man nur noch wenige Einstellungen ändern. Halte deshalb auch deinen Google-Login bereit.

Einstellungen auf dem Smartphone

Wir fangen beim Smartphone in den Google-Einstellungen an. Die nebenstehende Ansicht kann je nach Version des Android-Phones variieren, aber sollten im Grunde ähnlich sein.

Zu den wenigen Dingen, die man auf dem Smartphone noch bequem einrichten kann gehören die „Aktivitätseinstellungen“

Google_aktivitätseinstellungen1Google_aktivitätseinstellungen2

Tippe dazu auf „Persönliche Daten und Privatsphäre“ und dann auf „Aktivitätseinstellung“. Setzte dort alles auf pausiert wie oben im Bild zu sehen.

In den Menüpunkten verbirgt sich nämlich die komplette Speicherung für Google von allem, was du auf dem Smartphone machst: Egal ob Standort durch die Maps-App, Suchanfragen bei Youtube oder im Browser – normalerweise schickt dein Smartphone alles zu Google. Erst wenn du es – wie hier – auf „pausiert“ setzt, stoppt Google das. Auch deine gesprochenen Suchanfragen nimmt Google normalerweise auf und schickt sie zu seinen eigenen Servern zur Auswertung – und speichert deine Stimme.Google_werbung

Gehe dann zurück und tippe auf „Anzeigen“. Dort aktiviere (!) den Menüpunkt „Interessenbezogene Werbung deaktivieren“ – Im Gegensatz zu allen anderen Einstellungen muss man diese Einstellung aktivieren. Klingt kompliziert, aber Google willuns ja verwirren mit diesen Einstellungen.

GPS oder WLAN-Ortung?

Gehe nun in die normalen Einstellungen und tippe dort auf „Standort“.

Du solltest deinen Standort in der Regel ausgeschaltet haben, wenn du ihn nicht benutzt. Du solltest auch besser den Modus „Nur Gerät“ verwenden und keine Standortdaten an Google übertragen. Dazu aktiviere kurz deinen Standort und klicke ganz unten auf „Standortdienste“. Im nächsten Fenster setze den Regler auf „Aus“. Danach deaktiviere den Standort wieder.

Meist reicht der GPS-Dienst alleine aus. Dieser überträgt auch keine Daten an Google. Den Standortbericht und Standortverlauf solltest du besser deaktivieren. Andernfalls werden nämlich „Standortdaten an Google gesendet.“ Und das unter Umständen auch wenn keine Apps gestartet sind. So weiß Google dann immer, wo dein Telefon und du gerade sind.

standort1standort1b standort2

Leider musst du dann bei manchen Geräten bei jedem Start des GPS-Dienstes der Aufzeichnung von Standortdaten widersprechen. Denn Google lässt nicht zu, dass du den Haken bei „nicht erneut nachfragen“ setzt und dann auf Ablehnen klickst. Das nervt ziemlich und dürfte Absicht sein, damit man irgendwann den Haken einfach nur setzt, damit die Meldung nicht jedes Mal erscheint.

Standort

Passwörter zu Google?

Gehe zurück in die normalen Einstellungen. Unter dem Menüpunkt „Sichern & zurücksetzen“ kannst du abwählen, dass „App-Daten, WLAN-Passwörter und andere Einstellungen“ auf den Google-Servern gesichert werden. Das klingt zwar bequem, aber damit gibst du Google Zugriff auf deine WLAN-Passwörter.

Gehe nun zu den WLAN-Einstellungen. Dort ist, versteckt unter „Erweitert“ (Je nach Smartphone entweder oben rechts die drei Punkte antippen oder die Menütaste) die Funktion „Erkennungsfunktion immer verfügbar“ oder „Suche immer erlauben“, womit der Standortdienst von Google und andere Apps immer nach WLANs suchen, auch wenn das WLAN eigentlich ausgeschaltet ist. Diesen Punkt solltest du ausschalten, da sonst dein Handy auch bei deaktiviertem WLAN ständig seine MAC-Adresse, in die Welt hinausschickt. Genau diese Funktion nutzen inzwischen viele Einkaufszentren und Geschäfte, um zu sehen, wie du dich in ihrem Laden bewegst.

Sichern und zurücksetzen

Einstellungen im Google-Profil

Die weiteren Einstellungen nimmt man am besten im Google-Profil im Browser auf dem Laptop oder PC vor, da sie auf dem Smartphone sehr unübersichtlich sind. Gehe dazu auf

https://myaccount.google.com/

und logge dich ein.

Google_profil1

So begrüßt dich Google, wenn du dich im Browser anmeldest. Klicke zunächst auf „Meine persönlichen Daten“ und kontrolliere, was du alles angegeben hast, als du dein Google-Konto erstellt hast. Du kannst unter Umständen auch deine Kontoeinstellungen bei Google+ anpassen.

Komm dann zurück zum Hauptmenü wie oben und klicke auf „Einstellungen für Werbung“ – und dort dann auf „Einstellungen für Werbung verwalten“. Auf der folgenden Seite sollte der Regler schon auf „Aus“ stehen:

Google_profil2

Scrolle runter und klicke in dem blauen Feld auf „Werbung anpassen, die eingeblendet wird, wenn ich abgemeldet bin“:

Google_profil3

Stelle im folgenden Fenster auch beide Regler auf „Aus“:

Google_profil4

Google_profil5

Gehe dann wieder ins Hauptmenü und klicke links auf „Verbundene Apps und Webseiten“ – überprüfe, welchen Apps du Zugriff auf deine Informationen gewährt hast und entferne sie, wenn du sie nicht mehr brauchst.

Wenn du fertig bist, melde dich wieder ab.

Fazit

Es könnte so einfach sein. Seine eigenen Daten vor Google zu verbergen, mit ein paar Reglern eigene Entscheidungen treffen und selbst bestimmen, welche Daten man Google zur Verfügung stellen will. Stattdessen versteckt Google bestimmte Einträge im fünften Untermenü und trickst mit verwirrenden Formulierungen, damit sich niemand wirklich die Mühe macht, die datenschutzfreundlichsten Einstellungen zu finden. Leider ist Google dabei kein Einzelfall.

Star Trek – Eine Liebeserklärung

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Und schon war ich mitten drin. In einer fremden Welt, mit fremden Kulturen und Wesen und anderen Regeln. Alles war so anders und immer aufregend und spannend. Ich muss so 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein und Raumschiff Enterprise war (und ist) einfach das allercoolste, was ich je gesehen hatte (habe). Da konnten selbst Charlies Engel nicht mithalten. Mein Cousin und ich haben, wenn wir beide bei unserer Oma waren, im großen Gästebett mit den Decken und Kissen die Brücke nachgebaut. Natürlich war ich Lt. Uhura und er Cpt. Kirk. Das waren die tollsten Abenteuer, die wir da erlebten!

Was mir erst jetzt so richtig klar wird, wie selbstverständlich ich mit starken weiblichen Rollenvorbildern aufgewachsen bin. Nicht nur, dass Oma und Mama berufstätig waren, nein, auch Charlies Engel und eben die Frauen von der Enterprise waren völlig selbstverständlich berufstätig. Und nicht nur das: Es gab einfach keinen Unterschied auf der Enterprise aufgrund so lächerlicher Dinge wie Rasse, Religion oder eben Geschlecht. Es gab Gute und Böse, aber das war die einzige Unterscheidung, die getroffen wurde, und das ist bis heute noch die einzige Unterscheidung, die ich treffe. Ich wünsche mir so sehr, das diese Art der medialen Sozialisation erneut um sich greifen würde. Ganz besonders in diesen schlimmen Zeiten, wo die AfD und andere rechte Gruppierungen nicht nur in Deutschland, sondern leider auch weltweit auf dem Vormarsch sind. Schaut bitte alle Star Trek. Mit und ohne Kinder, denn meine absolute Überzeugung ist und bleibt: Wer Star Trek gesehen und verstanden hat, kann kein Böser sein und diese Welt wäre ein friedlicherer Ort!

Lebt lang und in Frieden!

Clean Install und Backup: Ubuntu 16.04

Nicht nur treue Hörer der Freakshow wissen, dass ab und zu ein Clean Install sehr bereinigend sein kann. Doch vorher braucht es ein richtiges Backup, damit keine Daten verloren gehen. Vor einer Woche habe ich endlich auf Ubuntu 16.04 geupgradet und mir Gedanken über meine Backups gemacht.

Backup vor dem Upgrade

Jedes Mal bevor ich mein System neu installiere, beschleicht mich jedes Mal dieses ungute Gefühl, ob man auch wirklich alle Daten gesichert hat. Und dann schiebt man das Upgrade doch wieder auf. Denn die Frage ist berechtigt: Was sichert man am besten vor einem Upgrade? Für mein Ubuntu ist die Frage schnell geklärt. Ich erstelle regelmäßig Backups auf meiner externen Festplatte mit rsync. Das ist ungemein praktisch, weil es inkrementell funktioniert. Der Vorteil von inkrementellen Backups ist ja, dass sie nicht so viel Platz brauchen. Wenn sich eine Datei nicht geändert hat, wird sie auch nicht neu ins Backup geschrieben.

Auf jeden Fall sollte man sein Home-Verzeichnis (/home/Benutzername) sichern. Dann ist eigentlich ohnehin schon alles gut, die Dateien, Bilder, Dokumente, die man braucht, befinden sich da drin. In den versteckten Dateien (STRG+H) von Ubuntu finden sich im Home-Verzeichnis auch die Profil-Ordner, etwa die von Firefox und Thunderbird. Wichtig ist auch der Ordner /.gnupg, darin sind eventuell die geheimen PGP-Schlüssel, und /.ssh. Wer ohnehin eine sehr große externe Festplatte fürs Backup hat, sichert also einfach das ganze Home-Verzeichnis. Wer immer noch Platz hat, nimmt /etc und /usr/local noch mit. Auch /usr/share/fonts kann ganz nützlich sein.

Live-System booten

Das Upgrade selbst lief erstaunlich einfach. Ich hatte mich wegen der Optik für den MATE-Desktop entschieden, mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Das ISO-Image herunterladen, im alten Ubuntu ein Startmedium erstellen, neu vom Stick booten fertig. Dabei kann es passieren, dass eine Fehlermeldung kommt, wenn man vom Stick booten will:

Missing parameter in configuration file. Keyword: path
gfxboot.c32: not a COM32R image
boot :

Die Lösung ist erstaunlich einfach: Die TAB-Taste drücken, „live“ eingeben, fertig. Man kann auch direkt „live-install“ eingeben, um direkt ins Installationsmenü zu kommen.

Die Installation läuft vollautomatisch. Musste ich bei 12.04 noch umständlich die Festplatte mittels Anleitung vollverschlüsseln, kann man nun ganz einfach zwei Haken setzen und bekommt eine vollverschlüsselte Festplatte. Vorsicht allerdings, wenn man direkt vom Stick installieren will (bzw. „live-install“) eingegeben hat, ohne vorher das Live-System gebootet zu haben – dann ist die Tastatur noch im englischen Layout eingestellt, das sollte man bei der Passworteingabe berücksichtigen.

Upgrade fertig

Nach nicht einmal zehn Minuten bootet dann das neue Ubuntu 16.04, das meine Hardware komplett erkannte. Lediglich mein Brother HL21-40 hatte als Treiber den Postskript-Treiber vorausgewählt und nur leere Seiten gedruckt. Mit ein bisschen Googlen fand ich dann, dass man den „HL-1250 driver“ Treiber auswählen muss. Keine Lösung hab ich bisher für das Problem gefunden, dass mein Lüfter immer in der höchsten Geschwindigkeit läuft, obwohl die Temperatur und die CPU/GPU-Last ziemlich niedrig sind. Wer dazu Tipps hat, gerne in die Kommentare.

Fazit

Mit entsprechender Vorbereitung und einem Backup das kompletten Home-Verzeichnisses inklusiver aller versteckten Dateien ist ein Clean Install eine Sache von 20 Minuten. Wer sein Home-Verzeichnis nicht komplett sichern kann, sollte auf jeden Fall folgende Ordner sichern:

/home/Benutzername/Dokumente
/home/Benutzername/Bilder
/home/Benutzername/.mozilla
/home/Benutzername/.thunderbird
/home/Benutzername/.ssh
/home/Benutzername/.gnupg

 

 

 

50 Jahre Star Trek

Space.
The final frontier.
These are the voyages of the starship Enterprise.
Its five year mission:
To explore strange new worlds,
to seek out new life and new civilizations,
to boldly go where no man has gone before.

50 Jahre Star Trek, in Deutschland als Raumschiff Enterprise bekannt geworden.

Die Erstausstrahlung war am 8. September 1966 mit der Episode The Man Trap (Das Letzte seiner Art) – obwohl es die sechste produzierte Folge war. Der ursprünglich produzierte Pilotfilm The Cage (Der Käfig) von 1964/1965 wurde vom Fernsehsender abgelehnt, später aber in den Zweiteiler The Menagerie (Talos IV – Tabu) integriert; Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry bekam jedoch die Chance für einen zweiten Pilotfilm, den er mit Where No Man Has Gone Before (Die Spitze des Eisberges) verwirklichte und der dann als dritte Episode ausgestrahlt wurde.

Nach mäßigen Einschaltquoten drohte die Absetzung der Science-Fiction-Serie nach der ersten Staffel, wogegen Fans mit vielen Briefen protestierten. Es folgten zwei weitere Staffeln. Dann 1974 eine Zeichentrickserie, Kinofilme ab 1979, eine neue, sehr beliebte und erfolgreiche Serie The Next Generation (Das nächste Jahrhundert) ab 1987, weitere Kinofilme und Serien: Deep Space Nine, Voyager, Enterprise. In den Serien wurden immer wieder für die damalige Zeiten kontroverse Themen behandelt; viele Episoden erhielten Auszeichnungen. Elemente von Star Trek hielten Einzug in Pop- und Nerdkultur.

NASA-Foto S91-27436 vom 1976-09-17 mit Star-Trek-Schauspielern und Gene Roddenberry vor dem Space-Shuttle-Prototyp Enterprise.
Star-Trek-Schauspieler und Gene Roddenberry vor dem Space-Shuttle-Prototyp Enterprise am 1976-09-17. Foto S91-27436 von der NASA.

1976 benannte die NASA ihren Space-Shuttle-Prototypen OV-101 Enterprise, nachdem Star-Trek-Fans dafür auch wieder in einer Briefkampagne geworben hatten. Am 17. September 1976 wurde er vorgestellt und getauft, in Beisein von Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry (im rot-braunen Anzug rechts der Mitte) und – außer William Shatner (Captain James T. Kirk) – allen Hauptdarstellern der originalen Serie: DeForest Kelley (Doktor Leonard McCoy), George Takei (Steuermann Hikaru Sulu), James Doohan (Chefingenieur Montgomery Scott), Nichelle Nichols (Kommunikationsoffizierin Nyota Uhura), Leonard Nimoy (Mister Spock) und Walter Koenig (Navigator Pavel Chekov).


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Pebble Classic & Misfit – Ein Selbstversuch

Die Selbstvermessung, so scheint es, boomt. Fitnesstracker sind so billig geworden, dass man fast gar nicht drumherum kommt seine sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen. Und wer sich dagegen streubt, hat sicherlich schon mal sein Smartphone als Fitnesstracker benutzt, um Geschwindigkeit, Zeit und Route zu tracken. Da meine klassische Pebble einen Schrittzähler integriert hat, habe ich drei Monate lang einen Selbstversuch gestartet: Ich zeichnete mit der App Misfit meine Aktivitäten und meinen Schlaf auf. Nach der Installation der Apps sehe ich mich um: Zunächst gebe ich mein Gewicht, meine Größe und ein ausgedachtes Geburtstdatum an, das annähernd meinem entspricht. Wozu das genaue Geburtstdatum? Eine Altersangabe würde doch reichen. Hoffentlich wird mir wenigstens zum Fake-Geburtstag gratuliert.

Die App ist ganz nett gemacht, man kann sich die Statistiken als Kreis oder im Diagramm anzeigen lassen. Wirklich hübsch visualisiert. Angezeigt werden Schritte und Schlafdauer.

Im Alltag

Kommen wir zu den Problemen: Die Pebble ist viel zu ungenau. Während ich zwei Stunden im Zug saß, habe ich über 2000 Schritte zurück gelegt. Laut meiner Pebble, wohlgemerkt. In Wirklichkeit habe ich mich nicht von meinem Sitzplatz bewegt, Sport im Zug finde ich recht unsinnig. Übliches Händewaschen bringt 6 Schritte. Verfassen dieses Textes 38 Schritte. Nicht nur die Ungenauigkeit nervt mich: Andere Aktivitäten wie Fahrradfahren oder Schwimmen kann ich gar nicht aufzeichnen lassen, aber wenigstens selber in die App eintragen.

Beeindruckend dagegen finde ich das Aufzeichnen meiner Schlafdauer. Der Pebble oder der Misfit-App muss ich nicht mitteilen, wann ich schlafen gehe, denn dies funktioniert automatisch. Ich bin bislang nicht dahinter gekommen, wie meine Uhr weiß, wann ich mich schlafen lege. Es hat mich wirklich überrascht, wie genau meine Schlafdauer aufgezeichnet wird. Wie soll das funktionieren? Wieso wird »auf der Couch liegen« nicht als Schlaf aufgezeichnet? Da bin ich nicht hinter gekommen.

Datenschutz?!

Ich habe ein Problem damit, dass meine Daten auf dem Server von Misfit gespeichert werden. Es würde doch völlig ausreichen, die Daten auf dem Smartphone zu lassen und per Algorithmus ausrechnen zu lassen, wieviele Schritte ich pro Tag zurück legen soll.

Wozu benötigt die App Zugriff auf meine SMS und Kontakte? Ich wollte doch mich doch »einfach nur tracken lassen«. Mir ist klar, dass es eine Möglichkeit gibt, sich mit Freunden zu vergleichen. Und es einfacher sein wird, wenn man auf meine Kontakte zugreifen kann. Aber wer will sich schon miteinander vergleichen? Meine Freunde können zwar ruhig wissen, dass ich abends auf der Couch sitze und Serien gucke, aber doch bitte nicht sehen, dass ich mich dabei nicht bewege. Nachdem ich diese Rechte entzogen habe, lief die App übrigens problemlos weiter. Zugriffsrechte für Apps werden für mich ein Rätsel bleiben.

Fazit

Um sich selber zu betrügen eignet sich diese Kombination hervorragend. Wer seine Aktivitäten aber genau messen will, sollte sich aber einen echten Tracker oder eine neue Pebble kaufen kaufen. Die neuen Pebble-Modelle haben einen Schrittzähler und Schlaftracking integriert, sodass eine andere App nicht mehr nötig ist. Zudem gibt es eine eigene »Health«-Plattform von Pebble.
Selbst wenn Pebble-/Misfit-Kombination richtig funktioniert hätte: Einen echten Mehrwert sehe ich dadurch nicht. Es erspart mir, die Wohnung mit Post-Its mit der Erinnerung »Beweg dich mehr! Mach einen Spaziergang!« vollzukleisten, da die Erinnerung quasi immer am Handgelenk ist. Aber mehr Vorteile sehe ich bislang nicht, sodass ich Misfit nicht weiter nutzen werde.

Kein Routerzwang mit der Fritzbox 6360

Der Routerzwang war schon mehrmals Thema hier im Blog und endlich ist er besiegt. Denn seit drei Tagen betreibe ich meinen eigenen, selbstgewählten, nicht mehr aufgezwungenen Router. Und, sogar die FritzBox Cable 6360, von der avm eigentlich schreibt,  dass sie dazu gar nicht fähig ist.

Ich fand aber in einem Forum den Hinweis, dass auch dieses Modell eigentlich funktionieren müsste, wenn man es nur lange genug suchen lässt. Was ich über Nacht tat, um am nächsten Morgen freudig festzustellen, dass die Power-LED nicht mehr blinkte, die Suche also erfolgreich war.

Beim Starten des Rechners und der Eingabe einer beliebigen URL im Browser öffnete sich dann, wie von Telecolumbus zuvor in der Anleitung beschrieben, das Aktivierungsportal, bei dem ich die FritzBox 6360 Cable anmelden konnte:

 

telecolumbus

Danach musste ich das Modem bzw. den Router kurz neustarten und seitdem benutze ich die Fritzbox 6360 Cable ohne Probleme. Dabei gibt es einige große Vorteile: Ich kann meinen Drucker endlich als Netzwerkdrucker betreiben. Ich kann mir ein VPN auf meine Fritzbox einrichten. Ich habe nur noch ein Gerät, das Strom verbraucht. Und ich hab endlich keine DHCP-Probleme mehr, die ich mit dem alten Telecolumbus-Router ständig hatte. Der Nachteil: Ich bin auf die FritzBox 6360 Cable bei Ebay reingefallen. Diese ist eigentlich nur als Modem bzw. Router der Kabelanbieter gedacht, die sie auch mit Updates versorgen. Oder eben nicht, wie in meinem Fall.

Neue AGB?

In meiner Freude habe ich die oben im Bild erwähnten neuen AGB zum Ende des Routerzwangs übrigens sofort akzeptiert und erst später gelesen. Wer macht das schon andersherum? In den neuen AGB zur Endgerätefreiheit, wie es bei Telecolumbus heißt, gibt es aber auch einen interessanten Passus:

7. Bei überdurchschnittlicher Belastung des Internet- bzw. Telefon-Zugangs, welche die
Systeme der Gesellschaft oder Dritter gefährden könnte, ist die Gesellschaft berechtigt, den Zugang zu den Internet- und Telefondiensten der Gesellschaft in seiner Bandbreite zu
beschränken. Dies gilt insbesondere im Fall der Wiederholung.

Dieser Passus findet sich auch in den neuen AGB von Telecolumbus, die seit August 2016 gelten. Ich finde keine alten AGB, allerdings ist mein Anschluss älter und ich kann mich an kein Update der AGB erinnern. Aber ich hoffe doch sehr, dass das nicht zur Volumenbeschränkung durch die Hintertür führt.

Fazit: Am Ende war’s dann doch erstaunlich einfach, den Routerzwang aufzuheben. Meine Wand ziert jetzt nur noch eine schicke Fritzbox statt zweier nerviger Geräte mit schlechter Bedienoberfläche und wenig Funktionalitäten. Warum nicht gleich so, Telecolumbus? Und warum nicht gleich so, Bundesregierung? Dass Ende des Routerzwangs war überfällig und definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Netzneutralität in der EU

Das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) (englisch: Body of European Regulators for Electronic Communications (BEREC)) hat am 30. August 2016 seine Richtlinien zur Netzneutralität veröffentlicht, die von den Regulierern der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – wie der Bundesnetzagentur in Deutschland – einzuhalten sind: BEREC Guidelines on the Implementation by National Regulators of European Net Neutrality Rules (BoR (16) 127) (PDF).

Diese Richtlinien basieren auf und konkretisieren die Verordnung (EU) 2015/2120 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über Maßnahmen zum Zugang zum offenen Internet und zur Änderung der Richtlinie 2002/22/EG über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und -diensten sowie der Verordnung (EU) Nr. 531/2012 über das Roaming in öffentlichen Mobilfunknetzen in der Union (PDF). (Puh!)

Damit scheint nach ersten Medienberichten die Netzneutralität in der EU weitgehend gesichert zu sein.

Wobei es immer noch Möglichkeiten für zukünftige »Spezialdienste« (da wird als Beispiel immer wieder Telemedizin genannt) und (eingeschränktes) Zero Rating gibt, welche nicht netzneutral sind. Bei Zero Rating werden bestimmte Angebote etwa für Datenvolumenbeschränkungen nicht berücksichtigt und damit bevorzugt behandelt.

Möglich bleibt auch Datenverkehrsmanagement, wenn ein Netzwerk angegriffen wird (zum Beispiel durch Denial of Service) oder aus anderen Gründen kurzzeitig unvorhergesehen überlastet ist. Die Integrität und Sicherheit des Netzwerks soll gewährleistet bleiben, wofür gegebenenfalls bestimmte Datenpakete anhand gewisser Eigenschaften anders behandelt werden müssen. Für häufig wiederkehrende, voraussehbare, längere Überlastungssituationen sind die Netzwerke auszubauen anstatt in die Netzneutralität einzugreifen.

Bei möglicherweise vorkommenden Einschränkungen der Netzneutralität, etwa durch Datenverkehrsmanagement (Traffic Management) oder Zero Rating, müssen trotzdem äquivalente Kategorien von Datenverkehr gleich behandelt werden. Es darf nicht ein bestimmter Dienst eines Anbieters gegenüber gleichartigen Diensten anderer Anbieter bevorzugt werden.

Forderungen gegen Netzneutralität hatte sich neben Telekommunikationsanbietern wie der Deutschen Telekom oder Vodafone auch der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger mit völlig unsinnigen Äußerungen angeschlossen.

Im Sommer hatte eine halbe Million EU-Bürger Kommentare bei einer Konsultation der BEREC eingereicht.

In den USA wurde Netzneutralität schon etwas früher festgeschrieben.

Was ist Netzneutralität?

Bei der Netzneutralität geht es darum, daß alle Datenpakete in der Infrastruktur der Telekommunikationsanbieter (Internet Service Provider (ISPs)) gleich behandelt werden – so wie es seit Anbeginn des Internets weit überwiegend üblich war und ist (Best Effort Internet). Datenpakete dürfen nicht je nach ihrem

  • Inhalt (etwa mit Deep Packet Inspection),
  • Absender oder
  • Empfänger

absichtlich

  • blockiert,
  • beschränkt,
  • verändert,
  • ausgebremst (»gedrosselt«),
  • beschleunigt (»Überholspuren im Netz«) oder
  • freigeschaltet

werden. Es soll verhindert werden, daß Nutzer und Diensteanbieter mehrfach von Internetzugangsanbietern zur Kasse gebeten werden oder daß Netzwerkinfrastruktur nicht ausreichend ausgebaut wird.

Große Unternehmen könnten sich eine Bevorzugung ihrer Datenpakete finanziell eher leisten als junge Unternehmen (wie Startups), welche eine starke Innovationskraft im offenen Internet darstellen, oder gar Internetangebote von Privatpersonen (dank des Internets ist ja jeder Teilnehmer nicht nur »Empfänger«, sondern kann auch »Sender« (Inhalteanbieter) sein). Und Kunden müßten neben ihrer monatlichen Pauschale für den Internetzugang noch einmal extra an ihren Internetanbieter zahlen, wenn sie beispielsweise Videos ruckelfrei sehen oder überhaupt Zugriff auf bestimmte Dienste bekommen wollten.

Konkrete Beispiele

Die folgenden Beschränkungen sind bisher bei manchen Telekommunikationsanbietern schon vorgekommen – und sind nach den BEREC-Richtlinien zur Netzneutralität zu unterlassen:

Netzneutralität garantiert, daß Mobilfunkanbieter ihren Kunden nicht das Tethering verbieten können. Mit Tethering kann man etwa das Mobilfunk-Internet seines Smartphones auch mit seinem Notebook oder Tablet mitnutzen, indem das Smartphone als WLAN-Hotspot quasi als Modem für die anderen Geräte fungiert. Diese Nutzung war bei einigen Mobilfunkverträgen unsinnigerweise untersagt – man sollte mehrere Verträge, für jedes Gerät einen, abschließen.

Mit Netzneutralität werden Internet Service Provider ein Verbot von Voice-over-IP-Internettelefonie (VoIP) wie Skype (als Konkurrenz zu Telefonverbindungen) oder Messengern wie WhatsApp (als Konkurrenz zu für Kunden vergleichsweise teuren und damit für Mobilfunkanbieter sehr lukrativen SMS oder MMS) in ihren Mobilfunknetzen auch nicht mehr durchsetzen können.

Netzneutralität verhindert ebenso das Verlangsamen oder Blockieren von Filesharing (etwa mit Bittorrent) oder das Verhindern von Virtual Private Networks (VPNs) für gesicherte private Verbindungen.


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Pokemon Go – Spielspaß und Datenschutz

Die Veröffentlichung von Pokemon Go in Deutschland ist jetzt schon einige Wochen her – Zeit also, dass der Widerwille gegen den Hype abgeflaut ist und ich mir das Spiel mal selbst anschauen kann.

Eigentlich wollte ich das sogar schon viel eher machen, konnte aber nicht. Denn kurz nach der Veröffentlichung hatte ich mir das Spiel schon heruntergeladen, aber die App akzeptierte kaum Eingaben auf dem Smartphone-Display. Ich hab allein fünf Minuten gebraucht, um mir einen Namen zu vergeben, weil nur jeder zehnte Tastendruck auf dem Display akzeptiert wurde. Pokemon Go flog also direkt wieder vom Smartphone runter.

Die neueste Version, gestern heruntergeladen, ist auch noch nicht ganz frei von diesen Bugs, aber schon deutlich besser. Ohne Probleme konnte ich mich anmelden, die ersten Pokemons fangen und gleich ein paar Level aufsteigen.

Eigentlich mach ich das ja nur aus beruflichem Interesse, Medienpädagogik, Datenschutz und so. Immerhin sind bisher alle anderen Spiele der Pokemon-Reihe sowie die Anime-Serie komplett an mir vorbeigezogen. Aber nachdem sogar Leute aus meinem Umfeld von dem Spiel berichteten, die sonst diesem ganzen „Internet-Kram“ eher skeptisch gegenüberstehen, war mir klar, dass das Spiel Potenzial hat.

Cooler als Ingress

Und in der Tat, die Spielidee hat Suchtpotenzial. Ingress fand ich als Idee schon großartig, auch wenn ich’s nie selbst gespielt hab. Und Pokemon Go profitiert halt anders als das Nerdspiel Ingress vom Coolness-Faktor der Marke Pokemon. Auch wenn es sich mir nicht sofort ganz intuitiv erschlossen hat, wie man seine Pokemons trainiert, entwickelt und gegeneinander kämpfen lässt. Es macht doch ungeheuer Spaß, durch die Gegend zu laufen, die Viecher einzufangen oder auszubrüten.

Und man lernt seine Umgebung kennen. In Berlin gibt es rund alle 50 Meter einen Pokestop, einige davon sind wirklich interessant. Durch Pokemon habe ich gelernt, dass bei mir zu Hause um die Ecke ein Stück Berliner Mauer steht. Auch wenn die da gar nicht verlief. Auf dem Land oder in kleineren Städten dagegen sind die Poke-Stops spärlicher gesät, aber dafür umso sozialere Treffpunkte. Und es ist ziemlich cool, nachts um halb 1 mit anderen Pokemon-Spielenden auf dem Dorfplatz zu sitzen, Habitaks zu fangen und dabei ins Gespräch zu kommen.

Natürlich saugt das Spiel den Akku leer wie ein kleines Kind sein Wassereis. Flutsch, weg. Auch die GPS-Verbindung könnte stabiler sein statt ständig abzureißen. Mein Datenvolumen dagegen ist noch nicht so sehr angeknabbert wie befürchtet. Um schneller aufzusteigen, könnte man auch echtes Geld ausgeben, um sich weitere Items zu kaufen, aber so gefangen bin ich vom Spiel dann doch nicht.

Datenschutz bei Pokemon Go

Die Kritik an der Datensammelei ist sicher auch berechtigt. Natürlich ist das Spiel location-based, ich muss also meinen Standort jederzeit freigeben. Allerdings sagen die Datenschutzbestimmungen von Niantic nichts darüber aus, wie lange meine Location gespeichert wird und wozu die noch so gebraucht wird:

Diese App ist ein ortsabhängiges Spiel. Wir sammeln und speichern Informationen über Ihren Standort […] wenn Sie […] unsere App nutzen und Spielaktivitäten in Anspruch nehmen, die Standort bestimmende Dienste verwenden. […] Wir könnten die Standortinformation ebenfalls nutzen, um unsere Services für Sie […] zu verbessern und zu personalisieren.

Auch die Datenweitergabe an Dritten ist einigermaßen umfangreich. Niantic räumt sich ein, Daten „zum Zwecke der Bereitstellung von Services in unserem Namen“ weiterzugeben. Was auch immer das sein mag. Sehr wahrscheinlich wohl Werbung in einer späteren Phase der Monetarisierung.

Der vzbv hat übrigens insgesamt 15 Klauseln in den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von Pokemon Go abgemahnt. Den Verbraucherschützern stößt übel auf, dass man nicht anonym spielen kann, dass Niantic personenbezogene Daten nach eigenem Ermessen weitergeben kann und dass das „Niantic den einmal geschlossenen Vertrag mit dem Nutzer jederzeit abändern oder Dienste ganz einstellen“ kann. Davon betroffen wären auch In-App-Käufe mit echtem Geld. Das könnte dann einfach weg sein.

Fazit

Pokemon Go sammelt sicherlich Ortsdaten, allerdings auch nicht mehr oder weniger als Facebook und Google. Was es ja nicht besser macht.  Eine anonyme Nutzung ohne Facebook-Account oder Google-Account wäre definitiv eine Verbesserung. Bisher sieht das Geschäftsmodell vor, auf In-App-Käufe zu setzen statt auf Vermarktung von Nutzerdaten. Das scheint aufzugehen, fast 2 Millionen Spieler zahlen in Deutschland für In-App-Käufe. Der Erfolg lockt allerdings auch andere Marken an, die Interesse an den Nutzerdaten haben.

(K)ein Routerzwang bei Telecolumbus

Als Anfang des Jahres der Routerzwang per Gesetz aufgehoben wurde, hatte ich gleich bei meinem Provider, Telecolumbus, nachgefragt, wann ich denn endlich mein eigenes Kabelmodem betreiben könnte. Damals hieß die Antwort lapidar: Das Gesetz gilt erst ab August, also auch erst dann.

Mitte Juli schrieb ich also dem Kundenservice von Telecolumbus, man möge mir doch pünktlich zum 1. August 2016 mitteilen, wie ich nun mein eigenes Kabelmodem betreiben könnte. Die Antwort von Telecolumbus kam dann auch. Am 3. August, mitten in meinem Urlaub. Aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.

In der Antwortmail hieß es:

Seit den 01.08.2016 können Sie bei uns auch ein kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router) an unsere Multi Media Dose anschließen. Verbinden Sie Ihr kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router) mit der Multi Meida [sic] Dose und schließen Sie Ihren Computer per Lanverbindung an.

Beim Aufruf einer beliebigen Internetseite im Browser Ihres Computers werden Sie automatisch auf das Tele Columbus Aktivierungsportal geleitet. Mit den Zugangsdaten für das Kundenportal vom Begrüßungsschreiben registrieren und aktivieren Sie Ihr kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router). 

Das Aktivierungsportal liest automatisch die MAC-Adresse/n Ihres kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router) aus. Danach prüft unser System die Kompatibilität und Zugehörigkeit des kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router). Ihr kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router) muss die von Tele Columbus veröffentlichte Schnittstellenbeschreibung (EuroDOCSIS 3.0) erfüllen. Ob Ihr Endgerät tatsächlich geeignet ist, können Sie bei den Hersteller Ihres kundeneigenes Endgerät (Modem bzw. Router) erfragen.

Mal abgesehen davon, dass hier eine gesetzlich vorgeschriebene Änderung als Service am Kunden verkauft wird, eine einigermaßen zufriedenstellende Antwort, dachte ich mir. Und freute mich, über den aufgehobenen Routerzwang.

Leider kann ich mein eigenes Kabelmodem bzw. einen eigenen Router noch nicht selbst betreiben. Ich bin auf die FritzBox 6360 hereingefallen, die ich mir, wie ich dachte, günstig bei ebay-Kleinanzeigen gekauft hatte. Nur blöd, dass diese Version die gebrandete Version von KabelDeutschland ist, wie mir erst zu Hause aufgefallen ist. Zwar erfüllt die Fritzbox 6360 den von Telecolumbus geforderten EuroDOCSIS 3.0 Standard, aber selbst AVM schreibt in seinen FAQs zur Routerwahl unter Punkt 8, dass mit dieser FritzBox der Routerzwang nicht zu umgehen ist:

Andere Produkte, im Einzelnen FRITZ!Box 6360, 6340, 6320 sowie FRITZ!Box 6490 Cable mit AVM-Artikelnummer ungleich 20002778 sind ausdrücklich nicht dafür vorgesehen und werden an Kabelanschlüssen nicht funktionieren.

Übrigens: Ein Anruf bei dem technischen (!) Kundenservice von Telecolumbus brachte mich da auch nicht weiter. Die Mitarbeiterin schien zunächst nicht zu wissen, wovon ich sprach, als ich ihr die Lage mit der freien Routerwahl schilderte und wissen wollte, wie ich nun meine FritzBox selbst betreiben könnte. Erst nach mehrmaligem Insistieren hielt sie Rücksprache mit ihrem Chef, nur um mir die oben zitierte Anleitung vorzulesen. Alle weiteren Nachfragen, etwa ob ich denn wirklich die 6360 nicht betreiben könnte und ob der technische Kundenservice von Telecolumbus nicht meine FritzBox doch freischalten könnte, scheiterten.

Fazit

Grundsätzlich sollte es wohl klappen mit der freien Routerwahl auch für Kabelmodems. Im Problemfall ist man allerdings auf sich allein gestellt und sollte von Telecolumbus (oder anderen Kabelanbietern) kaum Hilfe erwarten, da diese naturgemäß kein Interesse daran haben, Support zu leisten und eher auf die Hersteller der Router verweisen.

PS: Sobald ich mir ein wirkliche Schnäppchen sichern kann, gibt’s hoffentlich eine Fortsetzung mit Happy End.

Update

Der vzbv sucht eure Erfahrungen mit dem Gesetz zum Ende des Routerzwangs.